Strassenkinder abschaffen

Immer wenn wir durch die Innenstadt fahren, begegnen uns Strassenkinder. Sie betteln und klopfen an unsere Fenster, während sie Klebstoff schnüffeln. Hauptsächlich sind es Jungen, denn die Mädchen arbeiten fast ausnahmslos als Prostituierte.
Nich nur uns „stört“ das. Auch die Stadt Addis Abeba fühlte sich von ihnen gestört – nicht unbedingt, weil es den Menschen das Herz brach, sondern auch, weil es schlecht fürs Image ist. Und so setzten sie sich vor einigen Jahren zum Ziel, Häuser und Schulen für alle Strassenkinder zu bauen. Klingt erstmal gut, oder? Doch als diese Nachricht in die armen Dörfer vordrang – aus denen die Kinder weglaufen oder weggeschickt werden – gab es einen regelrechten Zustrom. „In Addis bekommen unsere Kinder Essen und Bildung for free“, dachte man sich. Und so leben nun mehr Strassenkinder als zuvor auf den Strassen der Stadt in der wir leben. Das Problem der Strassenkinder liegt nämlich nicht unbedingt auf der Strasse – es liegt in den Dörfern. Genau dort, wo wir mit der Open Bible School ansetzten. Sarah beginnt in wenigen Wochen ihr Online-Studium „Strassenpädagogik“ zu beenden. Und wir erhoffen uns dort weitere Ansätze für Ursachenforschung, Lösungen und Aufklärung auf den Dörfern zu gewinnen. Denn wenn es den Dörfern gut geht, braucht es keine Strassenkinder mehr.

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